Termine und Gottesdienste

Wir laden ein zu den nächsten Gottesdiensten:                                     

am 30. Januar, 9.30 Uhr GD in Holzschwang

am 6. Februar kein GD in Holzschwang, Einladung nach Pfaffenhofen um 19 Uhr

 

Bei normalen Gottesdiensten sind die Abstandsregeln zu beachten, bei größeren Gottesdiensten gilt die 3G-Regel;
bitte bringen Sie eine Maske mit und beachten Sie die Abstandsregeln, Singen wieder erlaubt !!

In der Weihnachtszeit werden wir coronabedingt die 3G-Regel in unseren Gottesdiensten umsetzen. Sie wissen vermutlich schon, was das bedeutet: wer einen Gottesdienst mit größeren Besucherzahlen besucht, muss geimpft, getestet oder genesen sein, dazu noch Maske tragen. Wir müssen das natürlich auch kontrollieren. Darum bringen Sie bitte einen entsprechenden Nachweis mit. Kinder unter 12 Jahren brauchen diesen Nachweis nicht. Für ältere Kinder gilt der Schülerausweis als Testnachweis. um einen Überblick über die zu erwartenden Zahlen zu haben, sollten Sie sich zu den Krippenspielen  (siehe Gottesdienstplan) und zur Christvesper anmelden. Diese neue Regelung hat den Vorteil, dass wir an den Feiertagen mehr Gottesdienstbesucher aufnehmen können und niemanden, der die 3G-Regel erfüllt, an der Kirchentüre abweisen müssen.

 

Arrangement mit dem Stacheldraht
Bildrechte: Herr Pfarrer Pfundner
Karfreitag und der Stacheldraht

Von christlicher Gelassenheit

Da stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer auf mit Namen Gamaliel, ein Lehrer des Gesetzes, vom ganzen Volk in Ehren gehalten, und ließ die Männer für kurze Zeit hinausführen. Und er sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, seht genau zu, was ihr mit diesen Menschen tun wollt. Denn vor einiger Zeit stand Theudas auf und gab vor, er wäre etwas, und ihm hing eine Anzahl Männer an, etwa vierhundert. Der wurde erschlagen und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut und zunichte. Danach stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Volkszählung und brachte eine Menge Volk hinter sich zum Aufruhr; und der ist auch umgekommen und alle, die ihm folgten, sind zerstreut. 38 Und nun sage ich euch: Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie gehen! Ist dies Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird's untergehen; ist's aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten – damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen. Da stimmten sie ihm zu und riefen die Apostel herein, schlugen sie und geboten ihnen, sie sollten nicht mehr im

Namen Jesu reden, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden, und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus. Apg 5

Lieber Leser,

ich wünsche Ihnen einen guten und gesegneten Tag. Über christliche Gelassenheit möchte ich zu Ihnen sprechen, möchte Ihnen einige Erfahrungen aus den vergangenen Wochen weitergeben. Drei Erfahrungen oder Gedanken sind mir besonders wichtig geworden; das eine ist ein Abschnitt aus unserer Familiensaga, das andere eine Lesefrucht und schließlich eine Bibelstelle, eine geniale, wie ich meine. Stellen Sie sich folgende Situation vor: 1938, Reichskristallnacht, oder man sagt besser Pogromnacht: vor der brennenden Synagoge sitzt in sich zusammen gesunken ein jüdischer Junge. Baut sich vor ihm ein gewaltiger SA-Mann auf und höhnt: Na, Bürschen, was sagst de jetzt? Schaut er hoch, na, gibt’s nen Gott, gibt’s auch ne Vergeltung; gibt’s ken Gott, was  soll die Synagoge!? Ich geb‘ allerdings zu, dass ich in dieser Situation diese Schlagfertigkeit und diese Gelassenheit ganz bestimmt nicht gehabt hätte.

Näher, um einiges näher, liegt selbst mir als Schwaben so eine gewisse Art von bayerischer Gelassenheit, so wie sie mein Vater im Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Mein Vater hat 1943 an der TH in München fertig studieren können oder müssen; die haben halt junge Leute gebraucht, die den Westwall fertig planen oder fertig basteln, und zeitgleich, zwei Häuser weiter, in München hat man die Geschwister Scholl verhaftet und im Eilverfahren hingerichtet. Bis die Studenten gemerkt haben, was da los war, war die Sache schon von vorgestern, alles erledigt. In dieser gespannten Atmosphäre, im Kreis, im gelichteten Kreis der Studentenschaft, hat mein Vater einen Professor gehört mit deutlich altbayerischem Akzent, vielleicht war’s auch ein Münchner, der hat sagen können: „Meine Herren, wenn zu mir oaner Grüß Gott sagt, do sag i Grüß Gott; wenn zu mir oaner Heil Hitler sagt, do sag i Heil Hitler, aber Letzteres wird er zu mir wahrscheinlich ned sogn.“ Das war natürlich schon äußerst wagemutig in diesen nervösen Zeiten, solche Sprüche loszulassen. Und gefährlich dazu! Den Mut zu dieser bewundernswürdigen Gelassenheit, so fürchte ich, hätt‘ ich wahrscheinlich auch nicht. Am nächsten kommt mir so eine Art weit vorausschauende Gelassenheit, zu der man allerdings auch allerhand Mut und vielleicht noch mehr Vertrauen braucht. Ich meine die

Gelassenheit, die ich im Rat des Gamaliel wiederfinde. Vielleicht zur Situation: die Zeit nach Tod und der bewundernswerten Verkündigung der Auferstehung Jesu in Jerusalem muss sehr angespannt gewesen sein. Der Hohe Rat hat sich in seinen gewohnten Ordnungen einfach gestört gefühlt. Da war also eine Schar von Jüngern, von Christusanhängern, die diese Ordnungen durcheinandergewirbelt haben, die auch durch nichts und niemand zur Ruhe zu bringen waren: was war da los? So geht’s nicht weiter, die müssen beruhigt werden, Daumen drauf, mit aller Gewalt, jedes Mittel ist recht, die müssen zum Schweigen gebracht werden. Darauf hat sich der weise Gamaliel erhoben und

folgendermaßen begonnen: Meine Herren, mit Gewalt, was bringt denn das? Schaut’s ä mal, wenn die Sache von diesen Christusanhängern oder Jüngern, wie sie sich nennen, wenn diese Sachen von Menschen sind, dann vergeht’s auch wieder. Ist die Sache, die diese

Jüngern da vorbringen, aber womöglich von Gott, dann können wir eh nix dagegen machen. Net das mer am End noch wie die Deppen dastehen, die gegen Gott streiten. Das geht ja schon überhaupt nicht.

Damit wären wir eigentlich schon mitten in unseren Zeiten: Angesichts der gesellschaftlichen Zustände, angesichts dessen, was sich auch so alles in unseren Kirchen tut, muss jeder von Ihnen selber wissen, wieviel Gelassenheit er braucht und wieviel Gelassenheit er sich überhaupt leisten kann. Für mich bleiben nur zwei Wünsche übrig, der eine ist eigentlich ganz trivial: Herr, schenke mir jeden Tag die nötige Gelassenheit. Ganz klar.

Der andere Wunsch ist mir aber noch um einiges wichtiger: ich wünsch mir nämlich – trotz allem, was so passiert – das felsenfeste Vertrauen, dass Gottes Wort durch nichts und durch niemand unterzukriegen ist. Amen.

 

Ein Liedvers, der mich recht bewegt, der mir gefällt, den möchte ich Ihnen noch 

weitergeben: „Meine Hoffnung, meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus meine

Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht.“ EG 697

unter diesem Link können Sie "Von christlicher Gelassenheit" als  Hörpredigt von Pfr. Pfundner (vom 14.Feb.21) aufrufen: https://www.weissenhorn-evangelisch.de/Onlineangebote/Hoerpredigt.php